RWE's Bergbauseen-Projekt: Gefahr durch unerforschte Schadstoffe aus dem Rhein
Recherchen von CORRECTIV zu unerforschten Stoffen im Rhein werfen ernste Zweifel an einem der größten Projekte des Braunkohleriesen RWE auf. Das Vorhaben, ehemalige Tagebaue zu Seen umzuwandeln, steht vor einem bisher kaum beachteten Risiko: Die geplanten Seen könnten mit potentiell gefährlichen Schadstoffen geflutet werden. Der Rhein, der als Wasserquelle für die Flutung dienen soll, transportiert einen komplexen Chemiecocktail aus Industrieabwässern, Landwirtschaft und urbanen Abflüssen. Viele dieser Substanzen sind wissenschaftlich kaum erforscht, ihre Langzeitwirkungen in stehenden Gewässern wie den geplanten Bergbauseen sind unbekannt. Es besteht die konkrete Gefahr, dass sich diese Stoffe in den neuen Seen anreichern und so eine dauerhafte Belastung für das Ökosystem und möglicherweise auch für die spätere Naherholung darstellen. Die Pläne von RWE für die sogenannte "Seenkette" im Rheinischen Revier, ein zentrales Element der Rekultivierung nach dem Kohleausstieg, werden damit in Frage gestellt. Die Recherchen legen offen, dass die Risikobewertung für diese Altlasten der Industrie möglicherweise unzureichend ist und eine gründliche, unabhängige Untersuchung der Schadstofffracht im Rhein vor einer Flutung erforderlich wäre.