John Bolton warnt: „Natürlich ist es Europas Krieg“ – Ex-Berater sieht USA in Iran-Konflikt in der Defensive
Der ehemalige US-Sicherheitsberater John Bolton sieht die Vereinigten Staaten im Konflikt mit dem Iran zunehmend in der Defensive und verweist die Hauptverantwortung nach Europa. In einem Interview mit dem Handelsblatt stellt er fest, dass ein Regimewechsel in Teheran kaum noch realistisch erscheint und die USA in Bedrängnis geraten. Bolton, eine Schlüsselfigur der früheren Trump-Administration, argumentiert, dass ein Ende der Bombardements gegen iranische Ziele aktuell die schlechteste aller Lösungen wäre.
Boltons Analyse zeichnet ein Bild strategischer Schwierigkeiten. Sein Urteil, dass Europa diesen Krieg zu verantworten habe, unterstreicht eine tiefe Kluft in der transatlantischen Bewertung der Krise. Die Einschätzung, dass ein Sturz des Regimes unwahrscheinlich ist, markiert eine bedeutende Verschiebung gegenüber früheren, maximalistischen Positionen, die während seiner Amtszeit vertreten wurden. Seine Warnung vor einem Waffenstillstand deutet auf die Befürchtung hin, dass dies dem Iran strategischen Vorteil verschaffen könnte.
Die Äußerungen erhöhen den politischen Druck auf europäische Hauptstädte, ihre Rolle und Strategie zu definieren. Sie signalisieren zudem anhaltende interne Debatten in Washington über den weiteren Kurs. Boltons Einfluss als hardlinerischer Kommentator bedeutet, dass seine Warnungen in konservativen Kreisen und unter außenpolitischen Entscheidungsträgern Gehör finden. Die Situation birgt das Risiko weiterer Spannungen innerhalb der NATO, sollte sich die Wahrnehmung verfestigen, dass europäische Partner nicht genug tun, um die von den USA als existenzielle Bedrohung eingestufte iranische Herausforderung zu bewältigen.