Biokraftstoff-Studie: Pflanzliche Abfälle könnten Europas Straßenverkehr bis 2040 von Öl unabhängig machen
Eine neue Analyse zeigt, dass der gesamte Kraftstoffbedarf für Pkw und Lkw in Europa bis 2040 allein durch Biokraftstoffe aus pflanzlichen Abfällen gedeckt werden könnte. Diese sogenannten Re-Fuels stellen eine direkte Alternative zu den viel diskutierten, aber energieintensiven synthetischen E-Fuels dar. Die Studie deutet auf ein konkretes, auf Abfallstoffen basierendes Potenzial hin, die Abhängigkeit von fossilen Rohstoffen im Straßenverkehr zu durchbrechen, ohne auf eine vollständige Elektrifizierung der Flotte warten zu müssen.
Der Fokus liegt auf der Nutzung von Rest- und Abfallstoffen aus der Land- und Forstwirtschaft, nicht auf eigens angebauten Energiepflanzen. Diese Herkunft vermeidet die klassische „Tank-oder-Teller“-Debatte und könnte die Akzeptanz für Biokraftstoffe der zweiten Generation erhöhen. Die Berechnungen beziehen sich spezifisch auf den Kontinentalbedarf und schließen den Luft- und Schiffsverkehr aus, konzentrieren sich also auf den größten Verbrauchssektor.
Sollte sich das technische und wirtschaftliche Potenzial realisieren lassen, würde dies den Druck auf die europäische Energie- und Verkehrspolitik deutlich erhöhen. Die Diskussion um die Zukunft der Verbrennungstechnologie und die Ausgestaltung von Förderregimen bekäme eine neue, praxisnahe Grundlage. Für die Automobilindustrie, insbesondere den Bereich der Nutzfahrzeuge, und den Agrarsektor als Rohstofflieferant ergeben sich langfristig völlig neue strategische Perspektiven und Abhängigkeiten.