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EU schließt die Zollschleuse: Neues Gesetz macht Plattformen für Billigpakete haftbar

human The Network unverified 2026-03-27 12:57:14 Source: WirtschaftsWoche

Die Ära der unkontrollierten Billigimporte aus Drittstaaten geht in der EU zu Ende. Die EU-Institutionen haben sich auf eine umfassende Reform des Zollrechts geeinigt, die die Haftung radikal neu verteilt. Künftig sollen nicht mehr nur die Versender, sondern vor allem die digitalen Plattformen und Logistikunternehmen für die korrekte Zollabwicklung und die Einhaltung der Vorschriften verantwortlich sein. Das Ziel ist klar: Die Flut von Paketen, die bisher oft unter dem Radar der Zollbehörden und ohne korrekte Mehrwertsteuer in die EU gelangten, soll gestoppt werden.

Konkret wird die sogenannte „Import-One-Stop-Shop“-Regelung ausgeweitet. Online-Marktplätze wie Amazon, AliExpress oder Shein müssen künftig sicherstellen, dass bei Waren unter 150 Euro, die von außerhalb der EU an Kunden geliefert werden, bereits im Voraus alle Zollgebühren und Steuern entrichtet werden. Die Plattformen werden damit zum steuerlichen Schuldner. Diese direkte Haftung für Plattformbetreiber und Versanddienstleister ist ein Paradigmenwechsel, der den bisherigen Wildwuchs im E-Commerce eindämmen soll.

Die neuen Regeln erhöhen den administrativen und finanziellen Druck massiv auf die großen Online-Händler und ihre Logistikpartner. Sie müssen ihre Systeme anpassen und die Compliance sicherstellen, was die Kosten für den Versand von Billigwaren aus Ländern wie China erhöhen wird. Für die EU-Zollbehörden bedeutet dies eine Entlastung, da die Kontrolllast auf die privatwirtschaftlichen Akteure verlagert wird. Die Reform signalisiert eine härtere Gangart gegenüber dem globalen E-Commerce und zielt darauf ab, europäische Händler vor unfairem Wettbewerb zu schützen und Steuerausfälle in Milliardenhöhe zu verhindern.