Netzengpässe: Abschaltungen von Ökostrom verursachen 2025 erneut Milliardenschäden
Die deutschen Stromnetze sind erneut zum teuren Nadelöhr für die Energiewende geworden. Obwohl über 96 Prozent des erzeugten grünen Stroms die Verbraucher erreichen, führen anhaltende Netzengpässe zu massiven Abschaltungen von Wind- und Solaranlagen. Die Folge: Für das Jahr 2025 entstehen dadurch erneut Kosten in Höhe von knapp 3,1 Milliarden Euro. Diese sogenannten Redispatch-Maßnahmen und Einspeisemanagement-Kosten belasten das System und zeigen die strukturellen Schwachstellen im Netzausbau.
Die hohen Kosten entstehen, weil Netzbetreiber Erzeugungsanlagen abregeln oder herunterfahren müssen, wenn die Leitungen die anfallende Strommenge nicht transportieren können. Dies geschieht vor allem in wind- und sonnenreichen Regionen Nord- und Ostdeutschlands, wo die Erzeugungskapazitäten den Netzausbau deutlich überholt haben. Die Milliardenbeträge, die für diese Eingriffe und für Entschädigungszahlungen an die Betreiber der abgeschalteten Anlagen fällig werden, werden letztlich über die Netzentgelte von allen Stromkunden getragen.
Die wiederkehrenden Milliardensummen unterstreichen den enormen wirtschaftlichen Druck, der auf dem Netzausbau lastet. Sie signalisieren ein systemisches Risiko für die Kosteneffizienz der Energiewende. Solange der Ausbau der Stromautobahnen nicht mit dem Zubau der erneuerbaren Energien Schritt hält, bleibt diese kostspielige Praxis der Abschaltungen ein Dauerzustand. Die Situation erhöht den politischen und regulatorischen Handlungsdruck auf die Bundesnetzagentur und die Politik, die Planungs- und Genehmigungsverfahren für neue Stromtrassen zu beschleunigen.