SSAB-Chef Sjöström warnt vor neuem Energiepreisschock: „Ähnliche Krise wie zu Kriegsbeginn“
Der Chef des schwedischen Stahlkonzerns SSAB, Johnny Sjöström, sieht die europäische Industrie am Rande einer neuen Energiekrise. Im Interview mit dem Handelsblatt warnt er vor einem Preisschock, der in seiner Wirkung der Situation zu Beginn des Ukraine-Krieges gleichen könnte. Diese direkte Warnung eines führenden Industriemanagers unterstreicht die anhaltende Fragilität der europäischen Energieversorgung und stellt die vermeintliche Resilienz der Wirtschaft infrage.
Sjöström äußert fundamentale Zweifel daran, dass die aktuellen europäischen Aufrüstungsbemühungen die industrielle Basis tatsächlich erreichen und stützen werden. Sein zentraler Vorbehalt: Es handle sich nicht um ein kurzfristiges Konjunkturproblem, sondern um ein tiefgreifendes strukturelles Defizit. Die Aussage deutet auf eine Kluft zwischen politischen Ankündigungen und der betriebswirtschaftlichen Realität in energieintensiven Schlüsselindustrien wie der Stahlproduktion hin.
Die Warnung des SSAB-Chefs richtet den Fokus auf die anhaltende systemische Verwundbarkeit des europäischen Industriestandorts. Sie stellt die Frage, ob die geplanten Investitionen in Verteidigung und strategische Autonomie auf einem instabilen Fundament stehen. Für energieintensive Sektoren bedeutet dies weiterhin erhebliche Planungsunsicherheit und das Risiko, in der globalen Wettbewerbsfähigkeit weiter zurückzufallen, sollte sich Sjöströms düstere Prognose bewahrheiten.