EU-Delegation nach acht Jahren in China: Direkte Gespräche zu Temu, Shein und Zwangsarbeitsvorwürfen
Eine Delegation des Europäischen Parlaments ist erstmals seit acht Jahren zu direkten Gesprächen nach China gereist. Die Reise nach Peking und Shanghai markiert eine vorsichtige diplomatische Annäherung, die jedoch unter dem Schatten schwerwiegender Vorwürfe stattfindet. Im Zentrum der hochsensiblen Gespräche stehen die chinesischen Online-Händler Temu und Shein sowie die heikle Frage nach Zwangsarbeit in chinesischen Lieferketten.
Die EU-Abgeordneten nehmen damit nach langer Pause wieder direkten Kontakt zu ihren chinesischen Gesprächspartnern auf. Die Wahl der Themen zeigt die klare Agenda der Delegation: Sie will die massiven Marktaktivitäten von Temu und Shein in Europa adressieren, die unter zunehmender regulatorischer und politischer Kritik stehen. Die Vorwürfe betreffen nicht nur unlauteren Wettbewerb, sondern reichen bis zu schwerwiegenden Menschenrechtsfragen in der Produktion.
Die Gespräche stellen einen kritischen Test für die belasteten EU-China-Beziehungen dar. Sie finden vor dem Hintergrund bestehender EU-Sanktionen und wachsender Handelskonflikte statt. Der Erfolg der Mission wird daran gemessen werden, ob China bereit ist, auf die konkreten Vorwürfe zu Zwangsarbeit einzugehen, oder ob die Dialoge ergebnislos bleiben. Die Delegation setzt damit ein deutliches Signal, dass Marktzugang und Handel nicht von der Klärung fundamentaler ethischer Standards entkoppelt werden können.