WTO in der Sackgasse: USA und Indien blockieren globales Handelsabkommen – Europa sucht eigene Wege
Der Welthandel erleidet einen schweren Rückschlag. Die USA und Indien haben ein neues globales Abkommen bei der Welthandelsorganisation (WTO) verhindert, was die bereits angeschlagene Institution weiter lähmt und den globalen Protektionismus befeuert. Dieser Vorgang markiert eine tiefe Spaltung der internationalen Handelspolitik und stellt die Zukunft multilateraler Regeln ernsthaft in Frage.
Die Blockade durch Washington und Neu-Delhi hat die europäischen Verhandlungspartner ernüchtert zurückgelassen. Angesichts der festgefahrenen Lage bei der WTO setzt die EU nun nicht mehr auf den globalen Konsens, sondern verfolgt einen neuen, selektiven Ansatz. Brüssel konzentriert sich auf direkte Vertragsverhandlungen mit einer selbst definierten Koalition der „Handels-Willigen“ – also jenen Ländern, die weiterhin an offenen Märkten und regelbasiertem Handel interessiert sind.
Diese strategische Neuausrichtung signalisiert einen fundamentalen Wandel. Die EU umgeht damit aktiv die Blockierer und versucht, handelspolitische Fakten in kleineren, ambitionierten Kreisen zu schaffen. Der Schritt unterstreicht den wachsenden Druck auf das multilaterale System und könnte zu einer dauerhaften Fragmentierung des Welthandels in separate Blöcke führen. Die Machtverschiebung weg von der WTO hin zu bilateralen und plurilateralen Deals gewinnt deutlich an Fahrt.