Lufthansa-Chef Spohr startet internes Krisenprogramm – bis zu 20 Flugzeuge könnten am Boden bleiben
Die Lufthansa bereitet sich intern auf eine scharfe Kürzung ihres Flugbetriebs vor. Hintergrund sind die explodierenden Kerosinkosten und die Sorge vor einem plötzlichen Nachfrageeinbruch. CEO Carsten Spohr hat laut internen Informationen ein zweistufiges Krisenprogramm angekündigt, das im Extremfall dazu führen könnte, dass die Airline bis zu 20 Flugzeuge stilllegt. Diese Maßnahme geht über die übliche Winterflottenplanung deutlich hinaus und signalisiert akuten wirtschaftlichen Druck.
Konkret sieht das Programm offenbar vor, zunächst Kapazitäten zu reduzieren und Flugzeuge aus dem Verkehr zu ziehen. In einer zweiten, verschärften Stufe würden dann weitere Jets am Boden bleiben. Die steigenden Treibstoffkosten treffen die Airline in einer ohnehin volatilen Phase, in der auch die Ticketpreise nach oben getrieben werden müssen. Diese doppelte Belastung aus Kostenexplosion und möglichem Nachfrage-Rückgang stellt die gerade erst aus der Pandemie erholte Branche vor eine neue Zerreißprobe.
Die interne Prüfung unterstreicht die Vulnerabilität des Luftverkehrs gegenüber geopolitischen und makroökonomischen Schocks. Für Lufthansa bedeutet dies eine erneute Belastungsprobe für die Liquidität und die operative Flexibilität. Die Entscheidung, Flotten stillzulegen, hat direkte Auswirkungen auf Flugpläne, Mitarbeitereinsatz und die Wettbewerbsposition auf wichtigen Strecken. Der Schritt zeigt, dass das Management die Risiken einer Überkapazität bei gleichzeitig einbrechenden Margen als akut genug einschätzt, um drastische Maßnahmen vorzubereiten.