König Charles in den USA: Epstein-Überlebende fordern persönliches Treffen
König Charles III. sieht sich vor seinem geplanten Staatsbesuch in den USA mit einem direkten und öffentlichen Appell konfrontiert. Die Familie von Virginia Giuffre, einem der zentralen Opfer im Missbrauchsskandal um Jeffrey Epstein, fordert den Monarchen auf, während seiner Reise auch Überlebende persönlich zu treffen. Dieser Vorstoß stellt den royalen Besuch, der laut Planungen Ende April mit einem Staatsbankett im Weißen Haus bei US-Präsident Donald Trump stattfinden soll, unmittelbar in den Schatten der ungelösten Epstein-Affäre.
Während Donald Trump den Besuch auf seiner Plattform Truth Social bereits als "bedeutsames Ereignis" bewirbt, verweist der Buckingham Palace lediglich auf "laufende Ermittlungen" und signalisiert damit Zurückhaltung. Eine direkte Begegnung zwischen Charles und Betroffenen gilt vor diesem Hintergrund als politisch höchst sensibel und derzeit kaum realisierbar. Die Forderung der Giuffre-Familie zielt jedoch genau auf diese symbolische Geste der Anerkennung ab und erhöht den Erwartungsdruck auf den König.
Der Appell verknüpft die diplomatische Mission des Staatsoberhaupts unweigerlich mit einem der größten Justiz- und Gesellschaftsskandale der jüngeren Zeit. Sollte Charles der Forderung nicht nachkommen, riskiert er den Vorwurf, die Opfer zu ignorieren. Gleichzeitig könnte ein Treffen die laufenden Ermittlungen und die Position der britischen Monarchie in einer international höchst aufgeladenen Angelegenheit komplizieren. Der Besuch droht somit, weniger von protokollarischen Höflichkeiten als von den Nachwirkungen des Epstein-Netzwerks dominiert zu werden.