Telekom-Hauptversammlung: CEO Höttges räumt Fehler ein – Glasfaserausbau zu langsam, Angebote veraltet
Auf der Hauptversammlung der Deutschen Telekom konfrontierte Vorstandschef Tim Höttges die Aktionäre mit einem ungewöhnlich offenen Eingeständnis: Das Unternehmen habe Fehler gemacht. Der Ausbau des Glasfasernetzes laufe zu langsam, und die Angebote für Geschäftskunden seien veraltet. Diese direkte Kritik an der eigenen Strategie markiert eine deutliche Abkehr von der üblichen Erfolgsrhetorik und setzt die Konzernführung unter internen Rechtfertigungsdruck.
Höttges positionierte sich dabei klar gegen eine vorzeitige Abschaltung des alten Kupfernetzes (DSL). Diese Entscheidung unterstreicht den Spagat, den die Telekom bewältigen muss: Einerseits den dringend benötigten Ausbau der zukunftsfähigen Glasfaserinfrastruktur voranzutreiben, andererseits Millionen von Kunden weiterhin über das bestehende Kupfernetz zu versorgen. Der Konzern steht vor der mammothaften Aufgabe, eine flächendeckende Glasfaserversorgung aufzubauen, ohne dabei die Stabilität und Reichweite des etablierten Netzes zu gefährden.
Die selbstkritischen Töne signalisieren wachsenden Handlungsdruck. Die Telekom riskiert, im Wettbewerb mit aggressiveren Glasfaseranbietern weiter an Boden zu verlieren, wenn der Netzausbau nicht deutlich beschleunigt wird. Gleichzeitig bindet die Aufrechterhaltung zweier paralleler Netze erhebliche Ressourcen. Für Investoren und Kunden bleibt die zentrale Frage, ob das Unternehmen die selbst gesteckten Ausbauziele nun mit neuer Dynamik erreichen kann oder ob die Kritik von der Spitze ein Eingeständnis langfristiger strategischer Schwächen ist.