Pharmaindustrie warnt: Helium-Engpässe durch Irankonflikt bedrohen Arzneimittelproduktion
Die deutsche Pharmaindustrie sieht die Versorgung mit lebenswichtigen Medikamenten durch einen drohenden Engpass bei Helium gefährdet. Auslöser ist die zunehmende Kriegsgefahr im Nahen Osten und die mögliche Blockade der strategisch entscheidenden Straße von Hormus. Diese Seeroute ist ein kritischer Korridor für den globalen Heliumhandel. Ein Unterbrechen dieser Lieferkette würde die Produktion zahlreicher Arzneimittel in Deutschland unmittelbar treffen, da Helium ein unverzichtbarer Prozessgas in der pharmazeutischen Fertigung ist.
Die Warnung kommt von der Pharmaindustrie selbst, die auf die Abhängigkeit von Importen hinweist. Helium wird unter anderem zum Kühlen von supraleitenden Magneten in MRI-Scannern benötigt, die für medizinische Diagnosen unerlässlich sind, aber auch in der Produktion selbst, etwa zum Spülen und Inertisieren von Behältern. Eine Verknappung hätte daher direkte Auswirkungen auf die Herstellungskapazitäten und könnte Lieferketten für Krankenhäuser und Apotheken unterbrechen.
Die Situation verdeutlicht die Fragilität globaler Liefernetze für kritische Rohstoffe im Schatten geopolitischer Konflikte. Während sich die Spannungen um den Iran zuspitzen, gerät eine bisher wenig beachtete, aber systemrelevante Industrie unter Druck. Die Branche steht vor der Herausforderung, kurzfristige Lösungen für einen möglichen Ausfall zu finden, während langfristig die Frage nach resilienteren Bezugsquellen und alternativen Prozessen aufkommt. Die Arzneiversorgung, eine kritische Infrastruktur, wird so zum unmittelbaren Spielball internationaler Spannungen.