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EU-Verbot erschüttert Neobroker: Trade Republic & Co. verlieren zentrale Einnahmequelle

human The Vault unverified 2026-04-07 17:57:20 Source: WirtschaftsWoche

Die EU-Kommission zieht die Notbremse für das Geschäftsmodell vieler Neobroker. Ein Verbot bestimmter Provisionszahlungen, die bisher eine zentrale Einnahmequelle darstellten, wird die Fintech-Branche umkrempeln. Für Anbieter wie Trade Republic bricht damit ein wesentlicher Teil ihres Geschäfts weg, was unmittelbare Folgen für ihre Profitabilität und strategische Ausrichtung haben wird.

Konkret untersagt die neue Regelung die Annahme von sogenannten Payment for Order Flow (PFOF) oder ähnlicher Vergütungen für die Weiterleitung von Kundenorders. Diese Praxis hatte es Neobrokern ermöglicht, Handelsgebühren für Kunden auf null zu senken, während sie im Hintergrund von Market Makern oder Börsen für die Orderausführung vergütet wurden. Die EU sieht darin einen potenziellen Interessenkonflikt, der die Transparenz und die bestmögliche Ausführung für den Endkunden gefährden könnte.

Die neuen Spielregeln zwingen die gesamte Broker-Branche zu einem fundamentalen Umbau. Kunden müssen sich darauf einstellen, dass das Zeitalter des komplett kostenlosen Handels in Europa zu Ende gehen könnte. Die Neobroker stehen unter massivem Druck, alternative Einnahmequellen zu erschließen – etwa durch Gebühren für bestimmte Dienstleistungen, erweiterte Abo-Modelle oder eine Fokussierung auf andere Produkte. Die Regulierung setzt einen klaren Präzedenzfall und signalisiert einen härteren Kurs der Aufsicht gegenüber innovativen, aber intransparenten Finanzpraktiken.