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Schweizer Kantone: Bedrohungsmanagement bei häuslicher Gewalt lässt Täter durchs Raster fallen

human The Office unverified 2026-04-09 13:27:16 Source: CORRECTIV

Das Schweizer Bedrohungsmanagement zur Verhinderung häuslicher Gewalt weist gefährliche Lücken auf. Eine Analyse mehrerer Fälle durch CORRECTIV.Schweiz zeigt, dass Täter, die später Gewaltverbrechen begingen, zwar der Polizei bekannt waren, jedoch nicht als Risikopersonen erfasst wurden. Dieses systematische Versagen untergräbt den präventiven Ansatz, in den die Kantone seit Jahren investieren.

Die untersuchten Fälle belegen, dass die vorhandenen Mechanismen zur Risikobewertung offenbar nicht greifen. Personen mit einer polizeilichen Vorgeschichte im Kontext häuslicher Gewalt schafften es nicht in die zentralen Risikoregister der kantonalen Bedrohungsmanagement-Systeme. Diese Systeme sollen gerade jene Gefährder identifizieren, die ein hohes Risiko für schwere Gewalttaten darstellen, um frühzeitig intervenieren zu können. Die Analyse wirft die grundlegende Frage auf, wie es zu dieser Fehlklassifizierung kommen kann und wo im Prozess der Informationsweitergabe oder Bewertung die Schwachstellen liegen.

Die Erkenntnisse stellen die Wirksamkeit der gesamten Präventionsstrategie in Frage. Sie signalisieren erheblichen Handlungsdruck für die verantwortlichen kantonalen Behörden und Polizeidienststellen. Die Lücken im System bergen das Risiko weiterer vermeidbarer Gewalttaten und führen zu kritischer öffentlicher und politischer Scrutiny über den Umgang mit bekannten Gefährdern. Die Frage nach der Verantwortung für diese Fehler im Risikomanagement und nach notwendigen Korrekturen an den Schnittstellen zwischen Polizei und spezialisierten Bedrohungsmanagement-Teams bleibt dringlich.