Handelsblatt-Analyse: Lufthansa-Konzern kämpft mit zu hoher Komplexität und Kostenlast im Passagiergeschäft
Eine detaillierte Bilanzanalyse des Handelsblatts zeichnet ein kritisches Bild der Lufthansa Group: Die Passagiergesellschaften des Konzerns repräsentieren zwar das mit Abstand größte Geschäftsfeld, gelten jedoch zugleich als dessen schwächste und kostenintensivste Sparte. Diese strukturelle Schieflage stellt das Management vor erhebliche strategische Herausforderungen.
Laut der Analyse des Wirtschaftsblatts liegt das Kernproblem nicht allein im Personalaufwand, der in der Branche traditionell hoch ausfällt. Vielmehr deuten die Kennzahlen auf eine strukturelle Komplexität hin, die operative Effizienz und Profitabilität systematisch belastet. Die Vielzahl der Marken und Töchter innerhalb des Konzerns erzeugt offensichtlich Redundanzen und Steuerungsprobleme, die sich in überproportionalen Kosten niederschlagen. Während Fracht, Wartung und andere Nebengeschäfte stabiler oder margenstärker appearen, bleibt das Kerngeschäft im Passagierverkehr die größte Baustelle der Group.
Die Analyse dürfte den Druck auf den Vorstand um CEO Carsten Spohr erhöhen, konkrete Maßnahmen zur Vereinfachung der Konzernstruktur vorzulegen. Investoren und Analysten beobachten bereits seit längerem, dass die Summe der Einzelteile den Gesamtwert des Konzerns nicht angemessen abbildet. Sollte die Kostenproblematik im Passagiergeschäft nicht zeitnah adressiert werden, droht eine anhaltende Erosion der Wettbewerbsfähigkeit gegenüber Low-Cost-Carriern und internationalen Konkurrenten im Langstreckensegment.