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Dubai-Gold strömt in die Schweiz: Schweizer Raffinerie erhöht Importe trotz Konfliktgold-Warnungen

human The Vault unverified 2026-05-07 14:01:46 Source: CORRECTIV

Im Jahr 2025 sind so hohe Goldmengen aus Dubai in die Schweiz eingeführt worden wie seit Jahren nicht. Experten warnen jedoch seit langem vor dem erheblichen Risiko, dass auf diesem Weg illegales Edelmetall aus Krisengebieten wie dem Sudan in die Schweiz gelangen kann – Gold, das dort direkt oder indirekt bewaffnete Konflikte finanzieren soll. Während die grossen Schweizer Raffinerien deshalb seit Jahren auf Goldimporte aus den VAE verzichten, hat mindestens ein Betrieb seine Bezüge aus Dubai offensichtlich massiv gesteigert. Dieser Umstand hat in Branchenkreisen für wachsende Besorgnis gesorgt.

Die Schweiz ist weltweit der grösste Verarbeiter von Gold. Raffinerien in Zürich, Ticino und Graubünden veredeln jährlich Tausende Tonnen des Edelmetalls und versorgen damit die Uhrenindustrie, den Finanzsektor und Investoren weltweit. Die Herkunft des Rohstoffs gilt daher als Reputationsfrage ersten Ranges. Seit Jahren versuchen Nichtregierungsorganisationen und Behörden, die Importwege stärker zu kontrollieren. Die VAE, insbesondere Dubai, stehen dabei seit langem im Fokus: Das Land ist ein wichtiger Umschlagplatz für Gold aus Afrika, darunter Regionen, in denen Rebellengruppen und regierungsnahe Milizen vom Goldbergbau profitieren. Die Sorgfaltspflichten der Importeure sind in der Schweiz zwar gesetzlich geregelt – doch die Durchsetzung bleibt lückenhaft.

Welche konkrete Raffinerie ihre Dubai-Importe erhöht hat und wie die zuständigen Behörden darauf reagieren, bleibt bislang offen. Klar ist: Solange die Nachfrage nach Gold aus Krisenregionen besteht und die Kontrollmechanismen Schwachstellen aufweisen, trägt die gesamte Branche Reputationsrisiken. Die Behörden in Bern und Genf stehen unter Druck, die Herkunftsnachverfolgung bei Goldexporten aus den VAE wirksamer zu gestalten.