Schweizer Raffinerie erhöht Goldimporte aus Dubai – Experten warnen vor Konfliktmetall-Risiko
Im Jahr 2025 ist so viel Gold aus den Vereinigten Arabischen Emiraten in die Schweiz geflossen wie seit Jahren nicht. Experten warnen seit langem vor dem erheblichen Risiko, dass auf diesem Weg illegales Edelmetall aus Krisengebieten wie dem Sudan in die Schweiz gelangen kann. Während nahezu alle Schweizer Raffinerien deshalb keine Goldeinfuhren aus Dubai mehr tätigen, hat ausgerechnet eine Raffinerie ihre Importe aus den VAE deutlich erhöht – und steht damit im Zentrum der Kritik.
Die Schweiz ist weltweit der grösste Handelsplatz für Gold. Mehr als die Hälfte des global verarbeiteten Goldes läuft durch Raffinerien in Zürich, Valcambi und Co.Dubai hat sich in den vergangenen Jahren als Drehkreuz für Goldexporte aus Afrika etabliert – auch aus Regionen, die von bewaffneten Konflikten betroffen sind. Die Sorge: Gold aus dem Sudan, wo seit April 2023 ein Bürgerkrieg tobt, könnte über dubiose Handelsketten in die legalen Lieferwege gelangen und dort als „sauberes" Schweizer Gold weiterverkauft werden. Die VAE haben ihre Goldexporte in afrikanische Staaten in den letzten Jahren massiv gesteigert, während gleichzeitig die Importe aus diesen Ländern in die VAE wuchsen – ein Umstand, der auf Umgehung hindeutet.
Die betreffende Schweizer Raffinerie hat sich bislang nicht öffentlich zu ihren Bezugsquellen geäussert. Insider vermuten jedoch, dass der Druck zur Margenoptimierung die Compliance-Standards untergraben könnte. Die Schweizer Zollverwaltung prüft nach Informationen von CORRECTIV derzeit die Einfuhrdokumente. Sollte sich bestätigen, dass die Importe tatsächlich aus Hochrisikogebieten stammen, droht dem Standort Schweiz nicht nur ein erheblicher Reputationsschaden, sondern auch regulatorischer Druck seitens der EU und der USA, die strenge Sorgfaltspflichten für Konfliktmineralien durchsetzen.