Fresenius fordert Millionen von Ex-CEO Sturm zurück – Sturm wehrt sich gegen Vorwürfe schwerer Fehler
Der Gesundheitskonzern Fresenius hat einem Bericht zufolge frühere Vorstandsmitglieder auf Schadenersatz in Millionenhöhe verklagt und streicht dem ehemaligen Vorstandschef Stephan Sturm dessen ausstehende Bonusansprüche. Der Konzern wirft den Ex-Managern schwere Fehler während ihrer Amtszeit vor. Sturm wehrt sich einem Bericht von Handelsblatt zufolge gegen diese Vorwürfe und übt seinerseits deutliche Kritik am Vorgehen des Unternehmens.
Fresenius hatte unter Sturm und anderen Vorstandsmitgliedern in den vergangenen Jahren mit erheblichen Problemen zu kämpfen. Der Konzern leidet bis heute unter den Folgen einer gescheiterten Übernahme in den USA, die zu milliardenschweren Abschreibungen führte. Laut dem Bericht macht Fresenius die damalige Unternehmensführung für diese Fehlentscheidungen verantwortlich und versucht nun, einen Teil der Verluste über gekürzte Vergütungen und Schadenersatzforderungen zurückzuholen. Die ausstehenden Bonuszahlungen an Sturm sollen dabei vollständig gestrichen worden sein.
Die Auseinandersetzung droht zu einer grundsätzlichen Machtfrage innerhalb des Konzerns zu werden. Sollte der Rechtsstreit eskalieren, könnte dies auch die aktuelle Führungsriege um Konzernchefin Sara Hennicken unter Druck setzen. Aktionäre und Aufsichtsrat beobachten die Entwicklung mit wachsender Aufmerksamkeit, da das Ergebnis des Streits Präzedenzwirkung für die Verantwortlichkeit von Vorständen bei strategischen Fehlentscheidungen haben könnte.