Dieselskandal: VW lässt Ex-Audi-Chef Rupert Stadler fallen – Konzern verweigert Absicherung des Haftungsvergleichs
Volkswagen zieht die Notbremse im Umgang mit seinem ehemaligen Audi-Vorstandschef Rupert Stadler. Nach einem Betrugsurteil gegen den einstigen Spitzenmanager entzieht der Konzern ihm die finanzielle Rückendeckung für einen Haftungsvergleich. Die Entscheidung markiert einen scharfen Bruch mit der bisherigen Praxis, bei der VW Führungskräfte in der Diesel-Affäre typischerweise rechtlich und finanziell absicherte. Für Stadler bedeutet dies, dass er nun persönlich für erhebliche Summen aufkommen muss – ein Signal, mit dem der Konzern Distanz zu den Manipulationen der Vergangenheit markiert.
Hintergrund der Eskalation ist ein Gerichtsurteil, das Stadler wegen Betrugs verurteilte. Damit gilt er als einer der höchstrangigen Manager, der im Zuge des Dieselskandals persönlich strafrechtlich zur Verantwortung gezogen wurde. Die Weigerung von VW, den Haftungsvergleich weiter abzusichern, ist ein klares Zeichen neuer Härte: Der Konzern trennt sich von der Loyalität gegenüber ehemaligen Führungskräften, sobald gerichtliche Schuldfeststellungen vorliegen. Gleichzeitig zeigt der Fall, dass die juristischen Nachwirkungen des Dieselskandals auch Jahre nach den Ereignissen keineswegs ausgestanden sind.
Die Signalwirkung über den Einzelfall hinaus ist deutlich: Führungskräfte müssen künftig damit rechnen, dass der Konzern bei schweren Verfehlungen nicht mehr automatisch die finanzielle Haftung übernimmt. Für einen weiteren ehemaligen Top-Manager der Diesel-Ära sieht die Situation indes besser aus – er kann weiterhin mit Unterstützung rechnen. Die unterschiedliche Behandlung zeigt, dass VW nun stärker nach individueller Schuld und gerichtlichen Feststellungen differenziert, anstatt pauschale Schutzschirme für das Management zu spannen.