xAI nutzte Geisteradresse in Tallinn für EU-Rechtskontakte – Betreiberin meldet keine Mieter
Ein Recherchebericht bringt Elon Musks KI-Unternehmen xAI in Erklärungsnot. Bis Mai 2026 nutzte xAI eine Anschrift im Tallinner Stadtteil Kristiine als offizielle Kontaktstelle für rechtliche Anfragen im Rahmen der EU-Verordnung über digitale Dienste (DSA). Vor Ort stießen Journalisten auf eine Gewerbeimmobilie, deren Betreiberin keine Mietverhältnisse mit xAI oder verbundenen Unternehmen kannte.
Die genannte Adresse gehört einem litauischen Unternehmen, das Büroflächen in einem Gewerbezentrum verwaltet. Laut Betreiberin sind dort keine Büros an xAI vermietet. Der ursprüngliche DSA-Eintrag von xAI listete die Anschrift als einzige Kontaktstelle für Behördenanfragen innerhalb der EU – ein Verfahren, das grenzüberschreitend agierenden Digitalkonzernen eine Zustelladresse in einem Mitgliedstaat ermöglicht. Die EU-Kommission verlangt von sehr großen Online-Plattformen unter dem DSA transparente und erreichbare Kontaktstellen.
Die Nutzung von Adressen ohne tatsächliche Geschäftstätigkeit – sogenannte Ghost Addresses – steht seit Jahren im Fokus von Regulierungsbehörden und Prüfstellen. Sollte sich bestätigen, dass xAI über die Tallinner Anschrift keine实质性 Geschäftsaktivität entfaltete, könnte dies Fragen zur Compliance-Strategie des Unternehmens gegenüber europäischen Auflagen aufwerfen. xAI hat bislang nicht öffentlich auf die Vorwürfe reagiert.