AfD-Abgeordnete finanzierten Treffen mit NSU-Umfeld und Hammerskins – parteiinterne Debatte droht
Nach Informationen von CORRECTIV haben AfD-Abgeordnete ein Treffen des „Jungeuropa“-Verlags finanziert, bei dem erneut prominente Vertreter rechtsextremer und militant gewaltbereiter Netzwerke auftraten. Unter den Teilnehmern befanden sich dem Bericht zufolge Personen aus dem Unterstützerumfeld des NSU-Terrors, Mitglieder der internationalen Hammerskin-Organisation sowie gewaltbereite Kampfsportler. Die Nähe der Partei zu diesen Kreisen sei bei der Veranstaltung so offen sichtbar geworden wie selten zuvor.
Was das Treffen besonders brisant macht: Parlamentsabgeordnete der AfD sollen die Organisation nicht nur begleitet, sondern aktiv finanziell unterstützt haben. Damit stellt sich die Frage, inwieweit die Grenze zwischen etablierter Parlamentsarbeit und der Förderung extremistischer Strukturen bereits überschritten wurde. Der „Jungeuropa“-Verlag gilt seit längerem als Schnittstelle zwischen der AfD und Akteuren, die im Verfassungsschutzbericht als rechtsextrem eingestuft werden.
Die Erkenntnisse dürften den Druck auf die AfD-Spitze erhöhen. Während die Partei öffentlich auf Distanzierung setzt, zeigt die materielle Verflechtung mit dem Verlagstreffen ein anderes Bild. Verfassungsschutzbehörden beobachten die Entwicklungen mit Aufmerksamkeit – die parteiinternen Kritiker und die Frage möglicher Konsequenzen für die beteiligten Abgeordneten bleiben vorerst offen.