Chinas KI-Superhacker: Peking startet Nachholjagd auf Anthropics umstrittenes Angriffsmodell
China treibt einem Medienbericht zufolge die Entwicklung eigener KI-Systeme mit Fähigkeiten zur automatisierten Software-Schwachstellenanalyse voran. Damit reagiert Peking offenbar auf das US-Unternehmen Anthropic und dessen Modell "Mythos", das gezielt Angriffspunkte in bestehender Software identifiziert – und diese gleich mitliefert. Die Entwicklung markiert einen neuen Abschnitt im globalen Wettlauf um offensive Cyber-Fähigkeiten durch künstliche Intelligenz.
Anthropics "Mythos" hat in Fachkreisen bereits vor Veröffentlichung erhebliche Bedenken ausgelöst. Das System kann laut Bericht Schwachstellen in Software aufspüren und liefert Nutzern gleichzeitig konkrete Angriffsvektoren. Die Kombination aus Erkennung und Bereitstellung von Exploit-Pfaden unterscheidet das Modell von herkömmlichen Security-Scannern und stellt Sicherheitsforscher vor neue ethische Fragen. Welche konkreten Fähigkeiten Chinas Gegenentwicklung haben wird, bleibt zunächst offen.
Beobachter sehen in dem Vorstoß Pekings vor allem einen strategischen Lückenschluss. Während die USA mit Anthropic, OpenAI und weiteren Frontier-Labs die Führung bei sicherheitsrelevanten KI-Anwendungen halten, versucht China, in diesem Bereich aufzuschließen. Für Europa könnte die Entwicklung problematische Folgen haben: Der Bericht warnt vor einer wachsenden Abhängigkeit von US- und chinesischer KI-Technologie im Sicherheitsbereich. Europäische Unternehmen und Behörden hätten bislang keine vergleichbaren Systeme entwickelt, was ihre Position in einer zunehmend von KI geprägten Cyber-Landschaft schwächen könnte.