EU-Corona-Hilfen unter Druck: Brüssel fordert Spanien zur Rückzahlung mutmaßlich missbräuchlich verwendeter Mittel auf
Die spanische Regierung unter Ministerpräsident Pedro Sánchez steht einem ernsthaften Rückforderungsanspruch der Europäischen Kommission gegenüber. Brüssel verlangt einem Bericht der WirtschaftsWoche zufolge die Rückzahlung von EU-Corona-Hilfsmitteln, deren Verwendung nun als möglicherweise regelwidrig eingestuft wird. Der Fall bestätigt Befürchtungen des Europäischen Rechnungshofs, der bereits frühzeitig auf Schwachstellen bei der Vergabe und Kontrolle dieser Mittel hingewiesen hatte.
Konkret geht es um spanische Ausgaben aus dem Corona-Wiederaufbaufonds der EU, die nach Ansicht der Kommission nicht den beantragten Förderzwecken entsprechen oder unzureichend abgesichert waren. Die Vorwürfe treffen eine Minderheitsregierung, die im Parlament auf fragile Mehrheitsverhältnisse angewiesen ist. Ein Rückzahlungsskandal könnte die ohnehin angespannte politische Lage in Madrid weiter destabilisieren und der Opposition zusätzliche Angriffsfläche bieten.
Für die EU selbst hat der Fall Signalwirkung: Er demonstriert, dass Brüssel bereit ist, auch gegen Mitgliedstaaten vorzugehen, wenn der Einsatz von Gemeinschaftsmitteln nicht den Vorgaben entspricht. Sollte Spanien zur Rückzahlung verpflichtet werden, drohen dem Land nicht nur finanzielle Einbußen, sondern auch ein anhaltender Reputationsschaden bei zukünftigen EU-Förderanträgen. Die Frage, welche konkreten Programme betroffen sind und wie hoch der streitige Betrag ausfällt, bleibt derweil offen und wird voraussichtlich in den kommenden Wochen Gegenstand weiterer Verhandlungen zwischen Madrid und Brüssel sein.