Commerzbank-Chefin Orlopp verdient 79% weniger als Unicredit-CEO Orcel – ISS kritisiert Orcels Bezahlung scharf
Im Übernahmekampf um Commerzbank offenbart sich ein eklatanter Gehaltsunterschied an der Spitze: Bettina Orlopp, Vorstandsvorsitzende der Commerzbank, verdient 79 Prozent weniger als Andrea Orcel, der CEO der italienischen Unicredit. Obwohl Orlopps Vergütung zuletzt stieg, bleibt sie damit deutlich hinter der ihres potenziellen Kontrahenten zurück. Diese Diskrepanz wird zum sichtbaren Symbol der ungleichen Verhandlungspositionen in den laufenden Fusionsgesprächen.
Hintergrund ist die scharfe Kritik des einflussreichen Stimmrechtsberaters ISS an der Bezahlung Orcels, wie aus Handelsblatt-Informationen hervorgeht. Während Orlopps Gehaltsentwicklung im Rahmen der deutschen Corporate-Governance-Regeln verläuft, steht die außergewöhnlich hohe Vergütung des Unicredit-Chefs unter besonderer Beobachtung von Investoren und Aufsichtsorganen. Die Gehaltsfrage ist kein nebensächlicher Punkt, sondern ein zentraler Hebel in der Diskussion um Macht, Kultur und die künftige Führung eines fusionierten Finanzkonzerns.
Die öffentliche Skandalisierung der Vergütung durch ISS erhöht den Druck auf Orcel und Unicredit in den sensiblen Verhandlungen. Sie unterstreicht die unterschiedlichen Erwartungshaltungen von Aktionären und die regulatorischen sowie kulturellen Hürden, die eine mögliche Übernahme der Commerzbank durch die italienische Bank begleiten. Die Gehaltsfrage entwickelt sich damit zu einem Stellvertreterkonflikt, der die Komplexität einer transnationalen Bankenfusion in Europa offenlegt.