Iran-Krieg: Südkorea aktiviert Notfallplan für Rohstoffe – Abhängigkeit vom Golf gefährdet Chips und Energie
Südkorea stellt sich auf ein Notstandsmanagement für kritische Rohstoffe ein. Der Grund ist die akute Gefahr einer Unterbrechung der Lieferketten aus der Golfregion durch einen möglichen Iran-Krieg. Die Abhängigkeit ist existenziell: Das Land bezieht 70 Prozent seines Rohöls und zwei Drittel des für die Halbleiterproduktion unverzichtbaren Heliums aus dieser Region. Die Regierung unter Präsident Lee Jae Myung reagiert damit auf ein Szenario, das die gesamte exportorientierte Wirtschaft des Landes unter Druck setzen könnte.
Die Warnung, jeden Tropfen Sprit zu sparen, verdeutlicht die unmittelbare Priorität der Energiesicherheit. Ein Konflikt im Persischen Golf würde nicht nur die Treibstoffversorgung gefährden, sondern direkt die Schlüsselindustrie des Landes treffen: die Chipfertigung. Helium ist ein essenzielles Kühlmittel in der Halbleiterproduktion, und ein Lieferengpass könnte die globalen Lieferketten für Elektronik weiter destabilisieren. Die Vorbereitungen zeigen, dass Seoul die strategische Verwundbarkeit seiner hochspezialisierten Wirtschaft erkannt hat.
Die Maßnahmen signalisieren eine neue Phase der Risikovorsorge. Während sich die internationale Diplomatie um Deeskalation bemüht, bereitet sich eine der weltweit führenden Technologienationen intern auf den Ernstfall vor. Der Fokus liegt auf der Absicherung gegen Preisschocks und physische Knappheit. Ein tatsächlicher Ausfall der Lieferungen aus dem Golf würde Südkoreas industrielle Produktion und seine Position in der globalen Wertschöpfungskette unter erheblichen Druck setzen.