OpenAI unter Druck: EU will ChatGPT mit strengeren DSA-Regeln belegen
Die EU-Kommission bereitet sich darauf vor, den KI-Riesen OpenAI und seinen Dienst ChatGPT unter die strengen Auflagen des Digital Services Act (DSA) zu stellen. Diese Einstufung als sogenanntes sehr großes Online-Plattform würde für das US-Unternehmen erheblich verschärfte Transparenz- und Compliance-Pflichten bedeuten. Bei Verstößen gegen das EU-Gesetz drohen dem Konzern hohe Geldstrafen.
Hintergrund ist die rasante Verbreitung generativer KI in Europa: Allein in der EU nutzen bereits rund 120 Millionen Menschen entsprechende Dienste aktiv. Die Brüsseler Behörden sehen in dieser massiven Reichweite und dem Einfluss der Technologie eine klare Notwendigkeit für verstärkte Regulierung. Die geplante Einordnung von OpenAI unter den DSA signalisiert einen konkreten Schritt, die bislang eher auf freiwilligen Verpflichtungen basierende Governance von KI-Systemen durch verbindliche, gesetzlich durchsetzbare Regeln zu ersetzen.
Die mögliche Klassifizierung stellt einen bedeutenden Präzedenzfall für die Regulierung von KI-Plattformen in Europa dar. Sie erhöht den Druck auf OpenAI, seine internen Prozesse für Risikomanagement, Inhaltsmoderation und Offenlegung von Systemeigenschaften an europäische Standards anzupassen. Sollte der Schritt vollzogen werden, könnte er den Weg für ähnliche Maßnahmen gegen andere große KI-Anbieter ebnen und markiert einen Wendepunkt hin zu einer härteren Gangart der EU gegenüber der Tech-Branche.