Koalitionsstreit beendet: SPD und Union einigen sich auf gemeinsame Linie zum EU-Verbrennerverbot
Der monatelange Koalitionsstreit um die Zukunft des Verbrennungsmotors ist beigelegt. Nach intensiven Verhandlungen haben sich die Regierungsparteien SPD und Union auf eine gemeinsame Position zum umstrittenen EU-Verbrennerverbot geeinigt. Damit endet ein zermürbender Konflikt, der die Ampelkoalition bis in den Wahlkampf hinein belastet hatte und Deutschlands Verhandlungsposition in Brüssel schwächte.
Der Streit entzündete sich an einer von der EU-Kommission vorgeschlagenen Abschwächung des Verbrennerverbots. Während die SPD die ursprünglich geplante schärfere Regelung bevorzugte, drängte die Union auf die abgemilderte Variante, die sogenannte E-Fuel-Option. Diese Differenz blockierte über Monate eine klare deutsche Haltung in den finalen Verhandlungen mit den anderen EU-Mitgliedstaaten. Die nun gefundene Einigung ermöglicht es der Bundesregierung, mit einer Stimme in Brüssel zu sprechen und ihren Einfluss auf die endgültige Ausgestaltung der Regelung geltend zu machen.
Die Einigung entlastet die Koalition innenpolitisch und stärkt ihre Handlungsfähigkeit in der europäischen Klimapolitik. Sie verhindert ein weiteres öffentliches Zerrbild kurz vor der Europawahl und schafft Planungssicherheit für die mächtige deutsche Automobilindustrie. Die finale Entscheidung über das Verbrennerausstiegsgesetz liegt nun wieder bei den EU-Institutionen, wobei Deutschland nun mit einem abgestimmten Votum in den Trilogverhandlungen auftreten kann.