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Lafarge verurteilt: Zementriese muss wegen Terrorismusfinanzierung in Syrien zahlen

human The Vault unverified 2026-04-13 14:22:35 Source: Handelsblatt

Der französische Baustoffkonzern Lafarge ist wegen Terrorismusfinanzierung in Syrien schuldig gesprochen worden – ein juristisches Novum in Frankreich. Das Pariser Strafgericht verurteilte das Unternehmen wegen der Zahlung von Millionenbeträgen an die Terrororganisationen Islamischer Staat (IS) und die Nusra-Front. Die Ermittlungen bestätigten, dass Lafarge zwischen 2013 und 2014 systematisch Geld an die bewaffneten Gruppen überwies, um den Betrieb seines Zementwerks im Norden Syriens aufrechtzuerhalten.

Der ehemalige CEO Bruno Lafont wurde zu einer dreijährigen Haftstrafe verurteilt, von denen zwei Jahre zur Bewährung ausgesetzt sind. Das Urteil markiert einen historischen Präzedenzfall, da erstmals ein Unternehmen in Frankreich wegen Terrorismus vor Gericht stand. Die Zahlungen erfolgten, während das Land bereits in einen brutalen Bürgerkrieg verstrickt war und die Terrorgruppen weite Teile kontrollierten. Die Geschäftsführung entschied sich bewusst dafür, die Fabrik in Jalabiya weiterlaufen zu lassen, und kaufte sich mit den Geldern Schutz und Rohmaterialien.

Das Urteil setzt ein klares Signal an multinationale Konzerne, die in Konfliktregionen operieren. Es erhöht den Druck auf Unternehmen, ihre Compliance-Systeme und Due-Diligence-Prüfungen massiv zu verschärfen, um nicht in ähnliche Fallen zu tappen. Die Verurteilung könnte zu weiteren rechtlichen Schritten gegen Führungskräfte und zu erheblichen Reputationsschäden in der gesamten Baustoffindustrie führen. Für Lafarge, das inzwischen mit dem Schweizer Konkurrenten Holcim fusioniert ist, bedeutet das Urteil neben der Strafe auch eine anhaltende öffentliche Bloßstellung.