CORRECTIV-Recherche: Giftige Kosmetik trotz Verbot weiter in Drogerien erhältlich
Verbraucherinnen und Verbraucher kaufen in deutschen Drogerien weiterhin Kosmetikprodukte, die als gesundheitsschädlich gelten und eigentlich bereits verboten sind. Laut Recherchen von CORRECTIV sind Haargels, Shampoos und Rasierschaum mit problematischen Inhaltsstoffen nach wie vor im freien Handel verfügbar. Diese Produkte hätten längst aus den Regalen verschwinden müssen, doch die Kontrollen und Durchsetzungsmechanismen scheinen zu versagen.
Die Recherche zeigt eine gefährliche Lücke zwischen Regulierung und Realität auf. Obwohl bestimmte Stoffe von der Europäischen Union als riskant eingestuft und für kosmetische Mittel verboten wurden, gelangen sie weiterhin zu den Kundinnen und Kunden. Die betroffenen Artikel werden offenbar weiter produziert, importiert oder mit Altbeständen verkauft. Dieser Zustand stellt eine direkte Gefahr für die Verbrauchergesundheit dar und wirft ein grelles Licht auf die Wirksamkeit des europäischen Verbraucherschutzes.
Die Situation droht sich sogar noch zu verschärfen. Ausgerechnet in dieser Woche plant die Europäische Union, den Schutzstandard für Kosmetika weiter aufzuweichen. Diese geplante Deregulierung steht in krassem Widerspruch zu den aktuellen Marktbefunden und könnte die Tür für noch mehr gesundheitsgefährdende Produkte öffnen. Die Entwicklung erhöht den Druck auf nationale Aufsichtsbehörden und den Handel, ihrer Sorgfaltspflicht endlich nachzukommen, während Verbraucherverbände vor einem Rückschritt im Gesundheitsschutz warnen.