Pfizer-Gründung: Wie ein Apotheker und ein Konditor mit 2500 Dollar und einem Wurmmittel ein Pharma-Imperium starteten
Die Wurzeln des heutigen US-Pharmariesen Pfizer liegen nicht in einem milliardenschweren Labor, sondern in der bescheidenen Partnerschaft zweier deutscher Auswanderer. Mit einem Startkapital von lediglich 2500 Dollar legten der Apotheker Charles Pfizer und der Konditor Charles Erhart 1849 in Brooklyn den Grundstein. Ihr erstes erfolgreiches Produkt war kein komplexer Wirkstoff, sondern ein gegen Darmparasiten eingesetztes Wurmmittel aus Santonin – eine süß schmeckende Paste, die Erharts konditorisches Know-how geschickt nutzte.
Diese ungewöhnliche Gründergeschichte steht in starkem Kontrast zur heutigen Marktmacht des Konzerns, der später mit Blockbustern wie Viagra und zuletzt mit den Coronaimpfungen Milliardenumsätze erzielte. Die Anfänge waren von Pragmatismus und handwerklicher Innovation geprägt: Die Firma „Chas. Pfizer & Co.“ produzierte zunächst einfache Chemikalien wie Borax, Zitronensäure und Jodtinktur. Der Erfolg des Santonin-Wurmmittels, das den bitteren Geschmack des Wirkstoffs überdeckte, sicherte das frühe Wachstum und demonstrierte bereits den Fokus auf patientenfreundliche Anwendungen.
Die Geschichte unterstreicht, wie eine kleine, bi-nationale Partnerschaft mit begrenzten Mitteln, aber klarer Marktlücke den Weg für einen globalen Branchenprimus ebnen konnte. Sie zeigt den langen Weg von einer handwerklich geprägten Spezialchemie bis hin zur heutigen Spitzenforschung und wirft ein Schlaglicht auf die oft übersehenen europäischen Ursprünge eines der mächtigsten Unternehmen der amerikanischen Pharmaindustrie.