Londoner Stadträte fordern Prinz Andrew auf, Ehrenbürgerschaft freiwillig abzugeben
Prinz Andrew Mountbatten-Windsor steht erneut unter Druck, diesmal von offizieller städtischer Seite. Gewählte Mitglieder der City of London Corporation haben beschlossen, dem 66-Jährigen einen Brief zu schicken, in dem sie ihn auffordern, freiwillig auf seine Ehrenbürgerschaft der britischen Hauptstadt zu verzichten. Diese ungewöhnliche Aktion unterstreicht die anhaltende politische und gesellschaftliche Isolation des ehemaligen Prinzen, der seit seiner Einigung in einem Zivilverfahren wegen sexuellen Missbrauchs in den USA im Fokus bleibt.
Die Ehrenbürgerschaft wurde Andrew im Jahr 2012 nicht durch eine offizielle Nominierung verliehen, sondern automatisch über das sogenannte Patrimonialrecht, weil sein Vater, Prinz Philip, bereits Ehrenbürger war. Genau dieser rechtliche Umstand macht es für die Stadtverwaltung unmöglich, ihm den Titel formell zu entziehen. Die gewählten Vertreter sind daher auf eine freiwillige Rückgabe angewiesen, um den symbolischen Bruch mit der Vergangenheit zu vollziehen.
Die Initiative signalisiert den wachsenden politischen Willen, die Verbindung zwischen der prestigeträchtigen City of London und dem umstrittenen Royal zu lösen. Sie setzt Andrew unter moralischen Druck, auf einen formellen Ehrentitel zu verzichten, den er rechtlich behalten könnte. Das Manöver zeigt, wie Institutionen nach Wegen suchen, um Personen mit schwer belastetem Ruf symbolisch zu distanzieren, wenn formelle Entziehungsmechanismen versagen.