Google & Co. sollen EU-Transparenzpflicht für Rechenzentren blockiert haben
Die Umweltbilanz europäischer Rechenzentren bleibt im Dunkeln. Laut Recherchen von Golem.de haben Tech-Giganten wie Google erfolgreich Lobbyarbeit betrieben, um eine geplante EU-Informationspflicht zu verhindern. Damit entzieht sich die Branche, deren Energie- und Wasserverbrauch massiv wächst, der öffentlichen Rechenschaftspflicht über ihre ökologischen Fußabdrücke.
Konkret geht es um die EU-Energieeffizienzrichtlinie (EED). Ursprünglich sollte diese große Rechenzentren ab 2024 zur Offenlegung detaillierter Umweltdaten verpflichten – von Energieverbrauch und Wassernutzung bis hin zu Abwärme und CO2-Emissionen. Diese Transparenzklausel wurde jedoch nach intensiver Lobbyarbeit der Industrie gestrichen. Die Unternehmen argumentierten mit Wettbewerbsnachteilen und Betriebsgeheimnissen.
Die fehlende Transparenz erschwert es Regulierern und der Öffentlichkeit erheblich, das wahre Ausmaß der Umweltauswirkungen des digitalen Booms zu bewerten. Während die EU Klimaziele verschärft, operiert eine der energieintensivsten Wachstumsbranchen weiter hinter einem Schleier. Dieser Vorgang zeigt, wie mächtige Tech-Konzerne regulatorische Rahmen in ihrem Sinne beeinflussen können – oft zum Nachteil von Umweltstandards und öffentlichem Interesse.