Bulgarien vor politischer Wende: Russlandfreundlicher Ex-Präsident Rumen Radew führt bei Neuwahl
Bulgarien steht nach der achten Parlamentswahl in nur sechs Jahren vor einem möglichen Machtwechsel, der die außenpolitische Ausrichtung des EU-Mitglieds infrage stellt. Der ehemalige Präsident Rumen Radew, der für seine russlandfreundlichere Haltung bekannt ist, liegt in den Hochrechnungen vorn. Sein Erfolg droht die bisherige prowestliche Regierungskoalition abzulösen und könnte für die Europäische Union zu einem innenpolitischen Problem werden.
Radew, der mit dem Versprechen eines entschlossenen Kampfes gegen die weitverbreitete Korruption im Land Wahlkampf führte, profitiert von der anhaltenden politischen Instabilität und der Ermüdung der Wählerschaft. Sein Wahlsieg würde eine deutliche Verschiebung im politischen Kräfteverhältnis bedeuten. Die Wahlbeteiligung spiegelt die tiefe Frustration der Bevölkerung über die chronische Regierungsunfähigkeit und die wirtschaftlichen Schwierigkeiten wider.
Ein Regierungswechsel unter Radew würde unmittelbare Fragen zur künftigen bulgarischen Haltung in der EU aufwerfen, insbesondere in Bezug auf die Sanktionspolitik gegenüber Russland und die Unterstützung für die Ukraine. Die EU beobachtet die Entwicklung mit Sorge, da ein Kurswechsel in Sofia die europäische Einheitsfront schwächen könnte. Die innenpolitische Krise in Bulgarien entwickelt sich damit zu einem strategischen Risiko für die Stabilität der europäischen Südostflanke.