Start-up-Verbandschefin Verena Pausder rechnet ab: „Zu wenig passiert“ – Regierungsstrategie weiter nicht da
Ein Jahr nach Amtsantritt der Ampel-Koalition fehlt die zentrale politische Zusage an die Gründerszene: Die angekündigte nationale Start-up-Strategie der Bundesregierung liegt weiterhin nicht vor. Verena Pausder, die Vorsitzende des Deutschen Start-up-Verbandes, übt scharfe Kritik und bemängelt einen eklatanten Mangel an „eigenen Ambitionen“ seitens der Politik. Die Diskrepanz zwischen Ankündigung und Umsetzung wird für die Branche zunehmend zu einem Glaubwürdigkeitsproblem.
Pausders Vorwurf richtet sich direkt an die Bundesregierung und unterstreicht eine politische Leerstelle, die weit über symbolische Versprechen hinausgeht. Die ausstehende Strategie gilt als essenzieller Fahrplan, um Deutschland im internationalen Wettbewerb um Talente, Kapital und Innovation zu positionieren. Dass selbst nach zwölf Monaten kein konkreter Entwurf vorliegt, signalisiert aus Sicht des Verbandes eine gefährliche Prioritätenverschiebung und mangelnden Reformwillen in Berlin.
Die anhaltende Verzögerung erhöht den Druck auf die Koalition und könnte konkrete wirtschaftliche Folgen haben. Sie riskiert, Investitionsentscheidungen zu verzögern und die Abwanderung von Gründern in dynamischere Ökosysteme zu beschleunigen. Für die deutsche Start-up-Landschaft, die auf klare Rahmenbedingungen und staatliche Unterstützung angewiesen ist, wird die ausbleibende Strategie zum Prüfstein für die Ernsthaftigkeit der Innovationspolitik dieser Legislaturperiode.