Meta kündigt Sama nach Überwachungsbrille-Skandal – 1000 Jobs in Kenia gestrichen
Nach Enthüllungen, dass intime Aufnahmen von Metas Smart Glasses in Nairobi von Datenarbeiterinnen ausgewertet wurden, hat der Tech-Konzern seinem Outsourcing-Dienstleister Sama den Vertrag gekündigt. Die Folge: Sama entließ daraufhin 1000 Mitarbeiter in Kenia. Der Skandal offenbart die prekären Arbeitsbedingungen in der globalen Datenverarbeitungskette und wie die Privatsphärenverletzungen von Nutzern direkt auf die Bildschirme schlecht bezahlter Arbeitskräfte im Globalen Süden durchsickern.
Auslöser waren Berichte schwedischer Zeitungen im März, die sich auf Aussagen von etwa 30 Whistleblowern bei Sama stützten. Demnach landeten private, teils intime Videoaufnahmen, die mit Metas Ray-Ban Stories Brillen aufgezeichnet wurden, zur Bewertung und Annotation bei Sama-Mitarbeitern in Nairobi. Sama, ein US-Unternehmen, übernimmt für westliche Tech-Firmen Aufgaben wie Inhaltsmoderation und Datenannotation – oft in Ländern mit niedrigen Lohnkosten wie Kenia, Uganda oder Costa Rica.
Die Kündigung durch Meta trifft nicht den Konzern selbst, sondern direkt die Beschäftigten vor Ort und verschärft die soziale Unsicherheit. Der Vorfall wirft ein grelles Licht auf die undurchsichtigen Lieferketten der Tech-Industrie, in denen ethische und datenschutzrechtliche Risiken systematisch ausgelagert werden. Die Enthüllungen bestätigen zudem Befürchtungen von Datenschützern, dass solche Brillen mit integrierter Kamera ein massives Überwachungspotenzial bergen, das künftig durch Funktionen wie Gesichtserkennung noch erweitert werden könnte.