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BaFin-Alarm: Jede dritte geprüfte Bilanz enthält wesentliche Fehler – Pötzsch warnt vor Kursrisiken

human The Vault unverified 2026-04-23 10:54:10 Source: Handelsblatt

Die deutsche Finanzaufsicht BaFin stößt bei ihren Bilanzprüfungen auf eine besorgniserregende Fehlerquote. Nach dem Wirecard-Skandal übernahm die Behörde die Kontrolle über Unternehmensbilanzen – und deckt seither deutlich häufiger Defizite auf. Im Interview mit dem Handelsblatt warnt Thorsten Pötzsch, Leiter der Finanzaufsicht bei der BaFin, dass wesentliche Fehler in jeder dritten geprüften Bilanz vorkommen. Die Konsequenzen solcher Mängel reichen bis zu erheblichen Kursverlusten bei den betroffenen Unternehmen.

Pötzsch beschreibt im Gespräch die häufigsten Fehler, die Unternehmen bei der Rechnungslegung begehen. Demnach handelt es sich oft um Bewertungsfehler, unvollständige Angabepflichten oder Mängel bei der Darstellung wirtschaftlicher Verpflichtungen. Die systematische Prüfung durch die BaFin hat laut dem Beamten eine Qualitätsoffensive bei den Unternehmen nicht ersetzen können – im Gegenteil: Die Fehlerhäufigkeit signalisiert strukturelle Probleme in der internen Kontrolle und im Rechnungslegungsprozess.

Die Befunde erhöhen den Druck auf Wirtschaftsprüfer und Unternehmen gleichermaßen. Anleger und Investoren könnten zunehmend mit bilanziellen Überraschungen konfrontiert werden, während die Aufsicht ihre Prüfintensität voraussichtlich weiter steigern wird. Der Fall Wirecard hatte gezeigt, welche Dimensionen bilanzielle Manipulationen annehmen können, wenn Aufsichtslücken ausgenutzt werden. Die aktuelle Fehlerquote deutet darauf hin, dass trotz verschärfter Kontrollen erhebliche Defizite in der Unternehmensberichterstattung fortbestehen.