Sondervermögen unter Druck: Nur sechs von neun Forschungsprojekten erfüllen Innovationskriterien – Berichte zunächst unveröffentlicht
Der Bund hat über das Sondervermögen Millionen für Forschungsgeräte und wissenschaftliche Vorhaben bereitgestellt. Doch interne Berichte, die zunächst nicht öffentlich gemacht wurden, zeichnen ein differenziertes Bild: Von neun geplanten Projekten erfüllen lediglich sechs die an sie angelegten Kriterien für Innovation und wissenschaftlichen Mehrwert. Die drei verbleibenden Vorhaben stehen demnach in der Frage, ob sie die Förderschwelle tatsächlich rechtfertigen.
Die Kritik entzündet sich nicht nur an der Auswahl der Projekte selbst, sondern auch am Transparenzprozess. Dass die Bewertungsberichte zunächst zurückgehalten wurden, erhöht den Druck auf die verantwortlichen Institutionen, sich zur Qualitätssicherung bei der Mittelvergabe zu erklären. Im Raum steht die Frage, inwieweit politische Prioritäten gegenüber wissenschaftlicher Exzellenz bei der Mittelverteilung gewichtet wurden.
Für die Bundesregierung birgt die Situation strategisches Risiko: Das Sondervermögen soll Deutschland als Forschungsstandort stärken und technologische Souveränität sichern. Wenn jedoch ein signifikanter Anteil der geförderten Projekte die internen Qualitätshürden nicht nimmt, droht der Vorwurf der Fehlallokation knapper Haushaltsmittel. Die nun sichtbar gewordene Diskrepanz zwischen Förderanspruch und Projektqualität könnte auch die parlamentarische Kontrolle des Sondervermögens intensivieren.