Sexismus-Vorwürfe gegen Porsche-SE-Manager: Interne Untersuchung soll entlastet haben – Betroffene bezweifeln Neutralität
Zwei Mitarbeiterinnen erheben konkrete Vorwürfe wegen sexistischen Verhaltens gegen einen Führungsmanager der Porsche SE. Trotz der Anschuldigungen zog das Unternehmen keine personellen Konsequenzen. Eine interne Untersuchung wurde durchgeführt, doch die Betroffenen stellen die Unabhängigkeit und Gründlichkeit des Verfahrens in Frage.
Die Porsche SE klassifizierte den Fall nach eigenen Angaben als abgeschlossen. Die Geschäftsführung sieht nach Abschluss der internen Prüfung „keinerlei Handlungspflicht" – eine Einschätzung, die unter Rechtsexperten und im Umfeld der Beschwerdeführerinnen auf Skepsis stößt. Details über den genauen Inhalt der Untersuchung wurden nicht veröffentlicht. Unklar bleibt, ob die aussagenden Frauen in den Prozess einbezogen wurden und ob externe Fachleute hinzugezogen wurden.
Der Vorfall wirft Fragen zur Compliance-Kultur beim Stuttgarter Autobauer auf. Inmitten massiver Umbauprozesse in der Automobilindustrie und erhöhter Sensibilität für Unternehmenskultur steht Porsche nun unter Druck, seine internen Melde- und Aufklärungsmechanismen transparent zu machen. Arbeitsrechtler verweisen darauf, dass solche Verfahren bei fehlender Nachvollziehbarkeit nicht nur den Ruf des Unternehmens gefährden, sondern auch arbeitsrechtliche Risiken bergen. Eine Stellungnahme der Porsche SE zu den konkreten Vorwürfen liegt Stand Mittwoch nicht vor.