Kritische Infrastruktur unter Druck: US-Investor will Mehrheit an Berliner Energie-Software-Spezialist PSI übernehmen – Sicherheitspolitiker schlagen Alarm
Die geplante Mehrheitsübernahme des Berliner Software-Unternehmens PSI durch einen US-Investor stößt auf wachsenden Widerstand aus der politischen Klasse. Das Unternehmen betreibt kritische Systeme für die Steuerung europäischer Energienetze – eine Schlüsselinfrastruktur, deren Besitzverhältnisse nach Ansicht von Sicherheitsexperten nicht in ausländische Hände fallen sollten. Der Verfassungsschutz hat bereits Risiken identifiziert und die politische Debatte über den Deal verschärft.
PSI liefert Softwarelösungen für den operativen Betrieb von Strom- und Gasnetzen. Diese Systeme gelten als unverzichtbar für die Stabilität der Energieversorgung in Deutschland und Europa. Ein Einstieg eines US-Investors in Höhe einer Mehrheitsbeteiligung würde bedeuten, dass US-Amerikaner Zugriff auf hochsensible Steuerungsinfrastruktur erhalten könnten. Sicherheitspolitiker mehrerer Parteien haben sich bereits kritisch geäußert und fordern eine genaue Prüfung durch die zuständigen Behörden. Auch die Frage, ob solche Transaktionen unter die Außenwirtschaftsverordnung fallen, wird intensiv diskutiert.
Die Debatte verdeutlicht die wachsende Spannung zwischen wirtschaftlicher Offenheit und nationaler Sicherheit. Kritiker argumentieren, dass Software für Energienetze zur kritischen Infrastruktur zählt und daher besonders schützenswert ist. Sie verweisen auf vergleichbare Bedenken, die in anderen europäischen Ländern bei Übernahmen durch chinesische Investoren geäußert wurden. Der Fall PSI könnte richtungsweisend dafür sein, wie Deutschland künftig mit Investitionen in seine technologische Grundlagen umgeht.