Commerzbank: Strategie-Update im Schatten des Unicredit-Übernahmekampfs – Insider rechnen mit erneutem Stellenabbau
Commerzbank treibt einem Insiderbericht zufolge unter Hochdruck eine aktualisierte Unternehmensstrategie voran – ausgerechnet in der heikelsten Phase ihrer jüngeren Geschichte. Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf mit der Situation vertraute Personen meldet, könnte das Strategiepapier einen weiteren Stellenabbau vorsehen. Die Pläne befinden sich demnach noch in einem frühen Stadium.
Zeitlich fällt das Strategie-Update mit der eskalierenden Auseinandersetzung mit der italienischen Großbank Unicredit zusammen. Unicredit hat in den vergangenen Monaten systematisch Anteile an Commerzbank aufgebaut und hält mittlerweile einen erheblichen Teil der Aktien. Damit ist die Gefahr einer feindlichen Übernahme für Commerzbank so real wie seit Jahren nicht mehr. Vorstand und Aufsichtsrat der Frankfurter Bank stehen unter erheblichem Druck, die eigene Wettbewerbsfähigkeit und Attraktivität nachzuweisen.
Sollte es zu einem erneuten Stellenabbau kommen, wäre dies nicht der erste Einschnitt dieser Art. Commerzbank hat bereits in den vergangenen Jahren mehrere Restrukturierungsprogramme umgesetzt, die jeweils mit Personalreduzierungen einhergingen. Beobachter sehen in der aktuellen Strategiearbeit den Versuch, eigenständig eine Perspektive zu entwickeln, bevor Unicredit seinen Einfluss weiter ausbauen kann. Die Bundesregierung, die über die Förderbank KfW noch Anteile hält, verfolgt die Entwicklung mit Aufmerksamkeit.