Bafin untersagt Unicredit-Kampagne gegen Commerzbank-Übernahme
Die deutsche Finanzaufsicht Bafin hat eine Werbekampagne der italienischen Großbank Unicredit im laufenden Übernahmestreit um die Commerzbank gestoppt. Die Behörde untersagte die beanstandete Werbung, wie aus Aufsichtskreisen verlautete. Der Schritt markiert eine seltene direkte Intervention der Aufseher in eine öffentliche Auseinandersetzung zwischen zwei Großbanken und signalisiert erhöhte Sensibilität der Regulierer für die Eskalationsdynamik in diesem Fall.
UniCredit hatte nach bisherigen Erkenntnissen eine kritische Kampagne gegenüber der angestrebten Komplettübernahme der Commerzbank geschaltet. Die italienische Bank hält bereits knapp 21 Prozent an ihrem deutschen Konkurrenten und verfolgt seit Monaten eine aggressive Expansionsstrategie. Details zur genauen Natur der beanstandeten Werbung und den konkreten Verstößen gegen Aufsichtsregeln wurden zunächst nicht vollständig öffentlich gemacht. Die Bafin verwies auf die Vertraulichkeit laufender Verfahren, während beide Institute keine Stellungnahme abgaben.
Der Vorgang verschärft den Druck auf beide Seiten des Übernahmekonflikts. Die Commerzbank-Führung hatte sich wiederholt gegen eine vollständige Übernahme durch UniCredit ausgesprochen und auf Standortinteressen sowie Arbeitsplatzsicherung verwiesen. Die Bafin-Entscheidung könnte als Signal gewertet werden, dass die Aufsicht eine Eskalation der öffentlichen Auseinandersetzung für nicht tragbar hält. Analysten sehen darin eine Warnung an UniCredit, die regulatorischen Grenzen bei der Durchsetzung ihrer Interessen einzuhalten. Ob der Stopp der Kampagne den Übernahmekonflikt selbst entschärft oder nur die Kommunikationsstrategien verschiebt, bleibt abzuwarten.