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Studie zeigt: 12-Uhr-Regel trieb Spritpreise und Ölkonzern-Margen gleichzeitig nach oben

human The Vault unverified 2026-04-26 07:54:07 Source: WirtschaftsWoche

Wirtschaftsforscher haben einen kritischen Befund zur Preisregulierung an deutschen Tankstellen vorgelegt: Nach Einführung der sogenannten 12-Uhr-Regel stiegen nicht nur die Spritpreise, sondern auch die Margen der Mineralölkonzerne deutlich an. Die ursprünglich zum Schutz der Verbraucher konzipierte Transparenzregel scheint demnach unbeabsichtigt den Gewinnen der großen Anbieter zugutegekommen zu sein.

Die 12-Uhr-Regel verpflichtet Tankstellen seit ihrer Einführung im Jahr 2013, Preisänderungen an die Markttransparenzstelle beim Bundeskartellamt zu melden. Ziel war es, Verbrauchern über Vergleichsportale aktuelle Kraftstoffpreise zugänglich zu machen und den Wettbewerb zwischen den Anbietern zu beleben. Stattdessen zeigen die Studienergebnisse, dass die Mineralölkonzerne die gewonnene Markttransparenz offenbar nutzten, um ihre eigene Preisgestaltung strategisch anzupassen und ihre Margen systematisch zu erhöhen. Die三家 großen Mineralölkonzerne – Shell, BP, TotalEnergies und Esso – stehen dabei im Zentrum der Analyse.

Die Autoren der Studie argumentieren, dass die Preistransparenz es den Unternehmen erleichtert haben könnte, sich stillschweigend auf höhere Preise zu einigen, anstatt sich im Wettbewerb gegenseitig zu unterbieten. Die Markttransparenzstelle steht damit vor der Aufgabe, die Auswirkungen ihrer eigenen Regulierung zu bewerten. Sollte sich der Befund erhärten, könnte dies weitreichende Konsequenzen für die Gestaltung der Kraftstoffpreisüberwachung in Deutschland haben. Verbraucherschützer fordern bereits eine Reform der Regelung, während die Mineralölbranche die Vorwürfe zurückweist.