Tesla Grünheide: Werksleiter André Thierig kündigt 1000 neue Stellen an – während rigides Effizienzprogramm Krankengeldpraxis streicht
Die Gigafactory in Grünheide steht unter wachsendem Druck. Werksleiter André Thierig hat angekündigt, 1000 neue Stellen zu schaffen – und zugleich von einem rigorosen Effizienzkurs gesprochen. Der Schritt folgt auf einen erheblichen Personalabbau: Mehr als 1700 Beschäftigte haben die Fabrik bereits verlassen. Die Kombination aus Neueinstellungen und Stellenstreichungen deutet auf eine strategische Neuausrichtung der Belegschaftsstruktur hin, die Fragen zur aktuellen Arbeitsmoral und Fluktuation aufwirft.
Hintergrund ist ein verschärfter Umgang mit Krankmeldungen. Laut Berichten hat Tesla die Praxis beim Krankengeld drastisch verändert: Wer sich krankmeldet, erhält in vielen Fällen keinen Lohn mehr während der Abwesenheit. Die Maßnahme fällt in eine Phase, in der der Standort bereits unter hoher Mitarbeiterfluktuation leidet. Thierigs Formulierung vom „Drehen an der Effizienzschraube" deutet darauf hin, dass weitere Eingriffe in Arbeitsbedingungen und Vergütungsstrukturen möglich sind.
Die Entwicklung könnte das Rekrutierungsziel erschweren. Während Tesla qualifizierte Fachkräfte sucht, könnte die Kürzung von Krankengeldleistungen als abschreckend wahrgenommen werden – besonders in einem hart umkämpften Arbeitsmarkt für Elektromobilitäts-Fertigung. Die Entscheidung steht zudem unter regulatorischer Beobachtung, da deutsche Arbeitsrechtsstandards bei der Abwägung zwischen Arbeitgeberinteressen und Arbeitnehmerschutz eine zentrale Rolle spielen.