Unilever wagt radikalen Umbau: Weg von Mayo und Seife – hin zu Wellness und Gesundheit
Unilever setzt auf eine der ambitioniertesten Neuausrichtungen in der Konsumgüterbranche seit Jahren. Der britisch-niederländische Konzern trimmt sein Portfolio auf Hochmargen-Segmente wie Beauty, Wellness und Gesundheit und trennt sich dabei von margenschwachen Lebensmittel- und Waschmittelmarken. Ziel ist es, in wachstumsstärkere Felder vorzustoßen und die Ertragskraft des Konzerns nachhaltig zu steigern.
Doch nicht alle Stakeholder begrüßen den Strategiewechsel. Innerhalb des Unternehmens trifft der Traditionsbruch auf Widerstand, während Investoren die Risiken des Umbaus genau beobachten. Gleichzeitig schafft sich Unilever mit der Neuausrichtung einen deutlich schärferen Wettbewerbsprofil gegenüber etablierten europäischen Konsumgüterherstellern. Insbesondere Beiersdorf und Henkel sehen sich künftig einem mächtigeren Rivalen gegenüber, der mit deutlich breiterer Aufstellung in den für sie wichtigen Marktsegmenten agiert.
Branchbeobachter sehen in dem Umbau eine nachvollziehbare Reaktion auf den Margendruck in klassischen Konsumgüterkategorien. Ob die Wette aufgeht, hängt laut Analysten davon ab, ob Unilever die angestrebten Synergien realisieren und die neuen Segmente tatsächlich schneller wachsen als die abgestoßenen Geschäftsfelder. Die kommenden Quartale werden zeigen, ob der Konzern die Kritiker überzeugen kann.