Robus Capital: Wiederholte Einzelhandel-Pleiten unter umstrittenem Finanzinvestor werfen Fragen auf
Eterna, Hallhuber, Gerry Weber – die Liste der mittelständischen Einzelhandelsunternehmen, die unter der Kontrolle von Robus Capital in die Insolvenz gerutscht sind, wächst. Die aktuelle Pleite der Hemdenmarke Eterna folgt einem Muster, das bei Gläubigern und Branchenbeobachtern zunehmend Fragen aufwirft: Während die Unternehmen unter dem Finanzinvestor sukzessive in die Krise gerieten, scheint Robus Capital die Verluste überwiegend an Gläubiger und Stakeholder weiterzureichen. Die Summe, die Gläubigern in diesen Fällen verloren ging, beläuft sich auf einen zweistelligen Millionenbetrag.
Der Fall Eterna verdeutlicht die Dynamik: Das auf Geschäftskleidung spezialisierte Unternehmen übernahm unter Robus-Flaggschiff die angeschlagene Marke, integrierte sie in eine Holdingstruktur – und verließ diese offenbar strategisch, bevor die Insolvenzgreiflichter sichtbar wurden. Ähnliche Konstruktionen sollen auch bei Hallhuber und Gerry Weber zum Einsatz gekommen sein. Branchenkenner sprechen von einem Muster, bei dem Renditephasen durch Kostenreduktion und Umstrukturierungen erzielt werden, während Risiken externalisiert werden. Konkret bedeutet das: Wenn ein Unternehmen unter der Regie von Robus Capital scheitert, tragen andere die Rechnung.
Für den Finanzplatz Deutschland wirft diese Entwicklung grundsätzliche Fragen auf. Die Serie von Pleiten im Mode- und Einzelhandelssektor unter derselben Beteiligungsgesellschaft steht nun unter erhöhter Beobachtung. Aufsichtsbehörden und Gläubigervertreter fordern strengere Prüfstandards bei Anteilseignerwechseln, um zu verhindern, dass renditeorientierte Strategien zulasten von Arbeitnehmern und Gläubigern gehen. Ob regulatorische Konsequenzen folgen, bleibt abzuwarten – Sicher ist nur, dass die Forderungen nach Accountability bei Finanzinvestoren lauter werden.