Google-Konsortium blockiert 250-Millionen-Vergabe: Deutsche Verwaltungscloud vor Stillstand
Die Vergabe der deutschen Verwaltungscloud in Höhe von 250 Millionen Euro steht offenbar vor dem Scheitern. Ein Konsortium um Google blockiert nach Informationen von Golem.de die Entscheidung über den milliardenschweren Digitalisierungsauftrag für die Bundesverwaltung. Das Projekt droht damit, monatelang zu stagnieren.
Hintergrund ist der sogenannte Modular Cloud Services-Vertrag (MCS), den das Bundesinnenministerium seit Monaten mit mehreren Anbietern verhandelt. Die Vereinbarung soll staatlichen Behörden den Zugang zu Cloud-Diensten ermöglichen und gleichzeitig die sogenannte digitale Souveränität Deutschlands stärken. Google hat jedoch offenbar Auflagen abgelehnt, die eine unabhängige Prüfung der Infrastruktur durch deutsche Behörden vorschreiben. Die Verhandlungen zwischen dem Konsortium und dem Beschaffungsamt des Bundes seien ins Stocken geraten.
Sollte keine Einigung zustande kommen, könnte dies weitreichende Folgen für die Digitalisierungsstrategie der Bundesregierung haben. Alternative Anbieter wie SAP und Salesforce verhandeln ebenfalls über eine Teilnahme am MCS-Rahmenvertrag. Die Blockade durch Google erhöht jedoch den Druck auf das Bundesinnenministerium, schnellstmöglich alternative Lösungen zu finden – oder Zugeständnisse an den US-Konzern zu machen. Die Frage der digitalen Souveränität bleibt damit ein ungelöstes Kernproblem der deutschen Verwaltungsmodernisierung.