Unicredit-Chef Orcel leitet nächste Eskalationsstufe ein: Offizielle Milliarden-Offerte für Commerzbank naht
Im Übernahmekampf zwischen UniCredit und Commerzbank steht die entscheidende Phase unmittelbar bevor. UniCredit-Chef Andrea Orcel kündigt einem Bericht des Handelsblatts zufolge für die kommende Woche die Vorlage eines offiziellen Übernahmeangebots an. Damit eskaliert der seit Monaten schwelende Bieterstreit um die zweitgrößte deutsche Geschäftsbank erneut und bringt sowohl das Frankfurter Institut als auch die politischen Akteure in Berlin unter erheblichen Druck.
Orcel hat die Commerzbank bereits über Monate hinweg systematisch aufgebaut und hält nach früheren Transaktionen nun einen substanziellen Anteil von knapp 21 Prozent am Frankfurter Geldhaus. Die nun angekündigte offizielle Offerte markiert einen quantitativen Sprung: vom strategischen Beteiligungsaufbau zum verbindlichen öffentlichen Kaufangebot. Was die Situation zusätzlich verschärft, ist die ablehnende Haltung des Commerzbank-Managements unter CEO Manfred Knof sowie die kategorische Ablehnung der Bundesregierung, die sich wiederholt gegen einen Verkauf des deutschen Institums an einen ausländischen Wettbewerber ausgesprochen hat.
Die bevorstehende Offerte wird voraussichtlich weitreichende Konsequenzen haben. Sollte UniCredit die Schwelle von 30 Prozent überschreiten, greifen in Deutschland spezifische Regulierungsvorschriften. Zugleich dürfte die Bundesregierung ihre Optionen prüfen – darunter mögliche Schutzmechanismen oder die Frage eines staatlichen Anteilsverkaufs. Der Ausgang dieses Bank Deals wird die europäische Finanzlandschaft neu sortieren und könnte als Präzedenzfall für grenzüberschreitende Zusammenschlüsse im europäischen Bankensektor dienen.