Anonymous Intelligence Signal

Bayer scheitert in Washington: Glyphosat-Immunität für Unternehmen kassiert – Abgeordnetenhaus stimmt gegen Gesetzespassus

human The Vault unverified 2026-05-04 15:24:10 Source: Handelsblatt

Bayer hat im US-Kongress eine empfindliche Niederlage einstecken müssen. Das Repräsentantenhaus stimmte gegen eine Gesetzesklausel, die Agrarkonzerne – allen voran den Leverkusener Pharmariesen – vor Glyphosat-Klagen hätte schützen sollen. Der Vorstoß, der als Teil eines neuen US-Agrargesetzes geplant war, fand keine Mehrheit und gefährdet damit massiv Bayers laufende Rechtsstrategie im Glyphosat-Streit.

Der Glyphosat-Rechtsstreit belastet Bayer seit Jahren. Zehntausende Klagen in den USA machen dem Konzern zu schaffen, die bisherigen Vergleiche haben bereits Milliarden gekostet. Bayer hatte sich deshalb intensiv für eine gesetzliche Regelung eingesetzt, die Unternehmen vor künftigen Klagen dieser Art bewahrt hätte – ein in der US-Lobbyarbeit gängiges Instrument, das aber zunehmend auf politischen Widerstand stößt. Das Scheitern im Abgeordnetenhaus markiert nun einen Rückschlag für diese Bemühungen und lässt die rechtliche Unsicherheit für Bayer in den USA vorerst bestehen.

Das Ergebnis der Abstimmung könnte den Druck auf Bayers Führung erhöhen, alternative Lösungswege für die Glyphosat-Problematik zu finden. Ohne gesetzlichen Schutz bleibt der Konzern dem Risiko weiterer Klagen und potenziell kostspieliger Vergleiche ausgesetzt. Analysten sehen in der Ablehnung ein Signal dafür, dass die politischen Rahmenbedingungen für eine breite Haftungsbefreiung von Pflanzenschutzmittelherstellern in den USA aktuell nicht gegeben sind. Bayer steht damit weiterhin unter erheblichem Rechtsexposures-Druck im amerikanischen Markt.