UniCredit erhöht Druck auf Commerzbank – Widerstand aus Berlin und Frankfurt verpufft
Die italienische Großbank UniCredit treibt ihre Strategie zur Ausweitung der Kontrolle über die Commerzbank mit Nachdruck voran – und ignoriert dabei systematisch die Signale aus Deutschland. Trotz anhaltender Vorbehalte sowohl in der Commerzbank-Zentrale in Frankfurt als auch in politischen Kreisen in Berlin setzt das Mailänder Geldhaus auf eine Eskalation seiner Beteiligungsstrategie, wie aus Branchenkreisen verlautet.
Hintergrund ist ein seit längerem schwelender Interessenkonflikt zwischen beiden Instituten. Die UniCredit hat ihre Anteile an der Commerzbank in den vergangenen Jahren stetig aufgestockt und verfügt mittlerweile über eine signifikante Beteiligung, die ihr erheblichen Einfluss auf strategische Entscheidungen sichert. Die Commerzbank-Führung sowie deutsche Aufsichtsbehörden stehen dem Vorgehen jedoch kritisch gegenüber und haben wiederholt Bedenken hinsichtlich einer möglichen Übernahme geäußert. Auch die Bundesregierung beobachtet das Engagement mit Argusaugen, da eine vollständige Übernahme der Commerzbank durch ein ausländisches Institut als sensibel für den deutschen Finanzsektor eingestuft wird.
Die Situation steht nun unter verstärkter Beobachtung. Sollte UniCredit seine Pläne weiter vorantreiben, droht eine offene Machtauseinandersetzung mit dem Commerzbank-Management, die das Risiko einer feindlichen Übernahme erhöht. Analysten zufolge könnte ein erfolgreicher Vorstoß der Italiener weitreichende Folgen für die Struktur des deutschen Bankensektors haben und signalisiert zugleich den wachsenden Appetit europäischer Großbanken auf konsolidierungsresistente Märkte.