Nach Handelsblatt-Recherche: RWTH Aachen sagt Jobmesse mit chinesischen Unternehmen ab – Verfassungsschutz warnt vor Gefährdung
Die RWTH Aachen hat eine geplante Jobmesse mit chinesischen Unternehmen kurzfristig abgesagt, nachdem der Handelsblatt den Vorfall öffentlich machte. Die Hochschule selbst sah offenbar keinen Grund, den Karriereevent mit Vertretern aus der Volksrepublik eigenständig zu hinterfragen – ein Umstand, der dem Verfassungsschutz erhebliche Sorge bereitet.
Wie der Handelsblatt berichtet, hätte die Veranstaltung Studierenden und Absolventen Zugang zu chinesischen Technologiekonzernen und Staatsunternehmen verschafft. Nach Anfragen der Journalisten erkannte die Universitätsleitung jedoch Risiken, die zuvor nicht auf dem Radar standen. Deutsche Sicherheitsbehörden beobachten seit längerem systematische Bemühungen Pekings, Kontakte zu Forschungseinrichtungen an deutschen Exzellenzuniversitäten zu knüpfen – particularly in strategisch relevanten Feldern wie Künstliche Intelligenz, Quantentechnologie und Halbleiterforschung.
Experten sehen in solchen Jobmessen ein Mittel staatlich gelenkter Akquise: Chinesische Unternehmen agieren demnach nicht als unabhängige Arbeitgeber, sondern als verlängerter Arm von Institutionen, die eng mit Volksbefreiungsarmee und Geheimdiensten verknüpft sein können. Der Fall RWTH Aachen steht laut Behördenkreisen nicht isoliert da. Er illustriere ein verbreitetes Gefährdungsbewusstsein an deutschen Hochschulen – und die Frage, ob Universitäten über ausreichende Sensibilität verfügen, um solche Risiken frühzeitig zu erkennen. Die Debatte über den Schutz wissenschaftlicher Exzellenz vor ausländischer Einflussnahme dürfte damit an Bedeutung gewinnen.